Berichte und Notizen

Öffentliche Mitgliederversammlung  mit Vortragstagung am 15. Oktober 2016 im Bienenmuseum Weimar

Die erste Vorsitzende RA´in Gabriele Huber-Schabel begrüßte die 30 Mitglieder und Gäste, vor allem die Vorsitzenden des Landesverbandes Thüringer Imker Frank Reichardt und den Vorsitzenden des Imkerverbandes Sachsen-Anhalt Falko Breuer.

In ihrem Jahresbericht informierte die Vorsitzende über die Aktivitäten des Fördervereins.

Dazu gehörte die aktive Teilnahme am Tag der offenen Tür des Länderinstituts für Bienenkunde Hohen Neuendorf (LIB). In eigenen Pavillons wurden durch Vorstandsmitglieder bienenkundliche Filme gezeigt und imkerliche Beratungen durchgeführt. In einem Quiz-Spiel konnten Besucher ihre Kenntnisse unter Beweis stellen und kleine Preise gewinnen.

Unter den Neuzugängen wurde die Mitgliedschaft des Landesverbandes der Imker Mecklenburg und Vorpommern e. V. besonders begrüßt, zumal nun die Imker-Landesverbände aller neuen Bundesländer und Berlins der GFLIB angehören.

In Vertretung der Schatzmeisterin gab die Vorsitzende einen kurzen Kassenbericht. Neben den Beiträgen gingen vor allem zahlreiche Spenden ein, die von der Vorsitzenden als Gegenleistung für die Rettung von Hornissenkolonien eingeworben werden  konnten. Einnahmen dienen der Förderung von Projekten des LIB. Die Ausgaben beschränkten sich auf die Anschaffung zweier Pavillons für die Tage der offenen Tür sowie eines Fernsehgeräts für Darbietungen der GFLIB auf Veranstaltungen des LIB und der Imker-Landesverbände. Die Tätigkeit der Vorstandsmitglieder ist ehrenamtlich.

In seinen Begrüßungsworten drückte  Falko Breuer seine Hoffnung auf noch mehr Wissenstransfer des LIB aus und wünschte der Tagung einen erfolgreichen Verlauf. Frank Reichardt  freute sich, dass die GFLIB nun auch einmal in Thüringen tagt. Als dienstältester Vorsitzender eines Imker-Landesverbandes der neuen Bundesländer wünscht er sich, dass alle Landesverbände voll hinter dem LIB stehen. Als Leihgabe seines Landesverbandes überreichte er der Vorsitzenden der GFLIB Vorführtechnik.

Als Vertreter des LIB fasste Dr. Jakob Wegener im Rechenschaftsbericht 2015 des LIB zusammen, dass im Institut 23 Projekte bearbeitet werden mit dem Ergebnis von 49 Veröffentlichungen und 10  auf Kongressen dargestellten Postern. Es wurden 104 Vorträge gehalten, 48 Fachberatungen und 43 Lehrgänge durchgeführt. Für 52 Imkervereine fanden Führungen statt.  922 Honigproben wurden untersucht sowie 6581 Virendiagnostiken, 218 Besamungen und 176 149 Zuchtwertschätzungen leistungsgeprüfter Völker durchgeführt. Mit dem Projekt Genomische Selektion bei der Honigbiene wird eine Beschleunigung des Zuchtfortschritts mit Hilfe genetischer Marker angestrebt. Zur Unterstützung dieser Arbeiten sind die Züchter gebeten, alle nach der Leistungsprüfung nicht mehr benötigten Königinnen dem LIB zur Verfügung zu stellen. Beim Projekt Smartbees geht es vor allem darum, die natürlichen geographischen Rassen durch Zuchtfortschritte für die Imker attraktiv zu machen, anstatt dass in deren Verbreitungsgebieten auf Kosten der genetischen Vielfalt die Carnica importiert wird. So werden in verschiedenen Ländern, auch in Nepal bei Apis cerana, an Bienenständen Untersuchungen auf das Vorhandensein von Vielfalt durchgeführt.

Vorstandsmitglied Prof. Dr. Günter Pritsch berichtete über die Imkerei in der DDR. In diesem Teil Deutschlands wurden vor allem Hinterbehandlungsbeuten verwendet. Diese Betriebsart wird heute  im Vergleich zur Arbeit mit Magazinbeuten zwar zuweilen als rückständig angesehen, stellte aber angesichts der damals bestehenden Bedingungen der Wanderimkerei die ökonomisch einzig vertretbare Variante dar.  Gründe dafür waren der unkomplizierte und über weite Strecken kostenlose Transport der Wanderwagen zu den zu bestäubenden Kulturen durch Traktoren oder LKW. Andererseits gab es weder große PKW-Transportanhänger noch entsprechend starke PKW. Im Zentralverband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter gab es die Fachrichtung und die ehrenamtlich tätige Fachkommission Imker mit den Obleuten für die Fachgebiete, wie Beobachtung einschließlich der Waldtrachtprognosen über den Rundfunk, Bienengesundheit mit Maßnahmen der Bekämpfung der Tracheen-, später der Varroamilbe, Bienenweide mit Empfehlungen zur Gehölzpflanzung in Orten und Windschutzstreifen in der Landschaft, Wanderung mit dem Erfolg der gesetzlichen Bestäubungs- und Wanderanordnung und Zucht mit der zentralen Dokumentation von züchterischen Daten und den Bestimmungen zum Schutz der Belegstationen. Die anfangs drei Bienenzeitschriften schmolzen ab 1962 zur Verbandszeitung Garten und Kleintierzucht mit einer Ausgabe für Imker zusammen. Von den bienenwissenschaftlichen Institutionen blieben ab 1970 der VEB Forschungsstelle für Bienenwirtschaft Hohen Neuendorf und als Nachauftragnehmer von Forschungsthemen die durch Wissenschaftler geleiteten Imkereien in drei Volkseigenen Gütern und einem zwischengenossenschaftlichen Imkereibetrieb.

Es folgte ein Vortrag von Vorstandsmitglied Dr. Marc-Wilhelm Kohfink über die Imkerei auf dem Dach. Das Imkern in den Großstädten speziell auf den Hausdächern gewinnt an Beliebtheit, zumal die Bienenweide der Städte im Vergleich zu den häufig angebauten Monokulturen der modernen Landwirtschaft zuverlässiger geworden ist. Entsprechend vielfältig ist die Zusammensetzung des geernteten Honigs. Die Anzahl von Imkern in Berlin ist von früher 500 auf jetzt 1200 angewachsen. Hotelrestaurants fordern Bienenvölker auf dem Dach an, um Honig für Spezialitäten zu verwenden und an den Rezeptionen Honig in kleinen Abpackungen zum Kauf anzubieten. Den Mitarbeitern vieler Betriebe wird gern ein Honiggeschenk überreicht, um damit deren Zugehörigkeitsgefühl zu festigen. Die sichere Schwarmverhinderung wird am wirtschaftlichsten durch regelmäßiges Schröpfen der Völker erreicht. Wegen der langen Wege sind die imkerlichen Arbeiten gut vorzubereiten. Schwierig ist der Transport honigschwerer Völker oder Zargen, zumal die Aufzüge der hohen Gebäude häufig nicht bis zum Dach führen. Der geerntete Honig wird im zentralen Schleuderraum gewonnen und abgefüllt. Der Redner, von dessen 120 Bienenvölkern 50 auf dem Dach stehen, verweist auf sein von ihm zu diesem Thema verfasstes Buch.

Dr. Jakob Wegener, wissenschaftlicher Mitarbeiter im LIB, beandelte die Frage, warum es so schwierig ist, den Einfluss von Stressfaktoren auf das Bienenvolk zu messen. So gibt es viele Meinungen zu den Ursachen des  angeblichen Bienensterbens. In der Tat bestehen viele Wechselwirkungen zwischen den Stressoren, zu denen auch schwer vorhersagbare Umwelteinflüsse gehören. Zu beachten sind ferner die Unterschiede zwischen der Einzelbiene und dem gesamten Volk. Erforderlich ist die Verbesserung der Methoden der Pflanzenschutzmittelprüfung. Auch die Wechselwirkung zwischen Wetter und Stressfaktoren ist zu beachten. Am aussagekräftigsten ist in den Versuchen das Messen der Menge an Bienen und Brut. Zusätzlich kann die Fruchtbarkeit der Arbeitsbienen an Hand von Stoffen in der Hämolymphe und der Brut untersucht werden. Auf Grund der Kompliziertheit des Einflusses von Stressoren besteht die Forderung, die Untersuchungsmethodik weiter zu verbessern.

Albrecht Stoß, Stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft (AG) Toleranzzucht e. V. und Zuchtobmann des Landesverbandes Thüringer Imker, sprach zum Thema Toleranzzucht. Die im Jahr 2003 gegründete AG mit Sitz im Bieneninstitut Kirchhain untersteht dem Deutschen Imkerbund, dessen Zuchtberat Dipl. Ing. F.K. Tiesler auch der 1. Vorsitzende der AG ist. Mitglieder der AG sind Züchter der Bundesrepublik und von Nachbarländern. Es bestehen unabhängig voneinander arbeitende Regionalgruppen. Ziel ist die züchterisch zu erreichende Steigerung der Varroatoleranz, ohne dabei die bestehenden Zuchtziele, wie Sanftmut, Wabenstetigkeit, Schwarmverhalten und Honigleistung außer Acht zu lassen. Wenig erfolgreich sind Importversuche von züchterisch nicht entwickelten Bienen, wie Apis mellifera aus dem russischen Primorski-Gebiet, die zwar eine höhere Varroatoleranz besitzen, sich aber wegen großer Leistungs- und Verhaltensunterschiede als nicht bearbeitbar erweisen. Die bei der Varroatoleranzzucht in einigen Punkten veränderten Forderungen der Leistungsprüfung sind im „Methodenhandbuch“ veröffentlicht. Dazu gehört die Untersuchung des Hygieneverhaltens der Bienen. Der verwendete Nadeltest ergibt Zusammenhänge zum Verhalten der Bienen beim Ausräumen befallener Brut, zeigt jedoch große Unterschiede. Deshalb ist jetzt auch die Zeit des Ausräumens zu messen. Nach bestandener Leistungsprüfung wird im Vitalitätstest das Überleben ausgesuchter befallener Völker untersucht. Es gilt der Grundsatz, dass nur in großen Populationen nachhaltige Zuchterfolge erzielt werden können. Die Regionalgruppen organisieren Besamungsaktionen, Ringtausch und Erfassung der Prüfdaten. In Deutschland wurden mehrere Toleranzbelegstellen eingerichtet, an denen sich häufig 70-80 Drohnenvölker mehrerer Herkünfte auf Varroatoleranz gezüchteter Bienen befinden. Der dadurch entstehende Nachteil, dass kein Vater nachgewiesen werden kann, lässt sich durch Anpaarung der nächsten Generation auf einer herkömmlichen Belegstelle wieder beheben.

RA´in Gabriele Huber-Schabel behandelte das Thema „Ethische Grenzen in der Imkerei“. Sie stellte Fragen, wie: Ist es zu tolerieren, dass ein geschwächtes Bienenvolk getötet wird? Wie vereinbaren sich das menschliche Gerechtigkeitsempfinden, Tierethik und Tierschutz? Seit 1990 sind Tiere nicht mehr als eine Sache, sondern als Geschöpfe zu behandeln. So darf man einem Tier nicht grundlos Leiden zufügen. Bei den Bienen ist das Volk („Der Bien“) als das Tier anzusehen. Die ökologische Bienenhaltung ist auf die Vermeidung von Rückständen gerichtet. Darf ich Bienenvölker zwecks Sicherung der Gesundheit anderer Völker töten? Wie steht es um die Vernichtung von Drohnenbrut? Wie qualvoll sind das Ausschmelzen im Sonnenwachsschmelzer oder das zudem unhygienische Ausfressenlassen der Larven durch Vögel? Varroabefallenen Drohnen der östlichen Honigbiene gelingt es nicht, die dickeren Zelldeckel zu durchbrechen. Sie sterben zusammen mit den Milben. Wie wirkt sich eine komplette Brutentnahme aus? Auch hier ein Vergleich zu Apis cerana, deren Völker bei zu starkem Varroabefall ausziehen und die Brut zurücklassen. Auch das Vernachlässigen kranker und ständige Ersetzen eingegangener Völker durch Neukauf sind nicht hinnehmbar. Weiter gehende ethische Fragen sind das Quetschen von Bienen bei der Bearbeitung, die Verwendung des „bee blowers“ und das Wandern mit den Bienenvölkern. Sowohl durch das Schließen der Fluglöcher als auch den Transport bei  offenen Fluglöchern entstehen Stress bzw. Verluste. Auch Schädigungen durch Melezitosehonig sind vom Imker gemacht. Bei natürlichen Bienenvölkern wären die Waben zur Zeit des Anfalls von „Zementhonigs“ schon voll. Ist es richtig, importierte Paketbienen zu kaufen und damit die Gefahr der Einschleppung von Krankheiten und Schädlingen, wie des Kleinen Beutenkäfers, heraufzubeschwören? Mit ihren vielen aufgeworfenen Fragen gab die Rednerin Denkanstöße zur imkerlichen Ethik. Nach ihrem Vortrag entspann sich eine Diskussion über das Abtöten kranker Bienenvölker und den Import von Paketbienen. Dazu sollten Politiker angesprochen werden.

Die rege Beteiligung und der Beifall waren der Beweis für den Erfolg der Veranstaltung.

Günter Pritsch                                                                                                   Gabriele Huber-Schabel

Schriftführer                                                                                                      1. Vorsitzende

 

Vorstandssitzung im Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf am 30. 07. 2016

  • Am 15. Oktober 2016 wird im Bienenmuseum Weimar eine Mitgliederversammlung in Verbindung mit einer Vortragstagung stattfinden. Vertreter des Länderinstituts für Bienenkunde Hohen Neuendorf werden über die Arbeiten des Instituts berichten und mit einem Fachvortrag aufwarten. Danach werden weitere Persönlichkeiten Vorträge halten. Teilnehmer sollen über die Imkerpresse und Verbände eingeladen werden.
  • Die Webseite der GFLIB soll durch regelmäßige und mehr Beiträge weiterhin aktualisiert werden.
  • Am 4. September 2016, dem Tag der offenen Tür des Länderinstituts für Bienenkunde Hohen Neuendorf wird sich die GFLIB wiederum in einem eigenen Pavillon darstellen. Vorgesehen sind die Vorführung von Bildserien sowie bienenkundlich und imkerlich interessanten Filmen. Fachleute werden für unseren Verein werben und für Beratungen zur Verfügung stehen.

Prof. Dr. Günter Pritsch                                                                RA´in Gabriele Huber-Schabel

Schriftführer                                                                                    1. Vorsitzende

 

Mitgliederversammlung am 30. Juli 2016 im Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf

Auf der Tagesordnung stand der Beschluss über die nach einem behördlichen Hinweis erforderliche Änderung des § 14 Abs. 2 (2) der Satzung.

Der bisherige und der neue Text des § 14 Abs. 2 (2) waren gleichzeitig mit dem termingerechten Versand der Einladung allen Mitgliedern zugegangen.

Die neue Fassung der Satzung wurde einstimmig beschlossen.

Der Wortlaut der Satzung ist auf der Webseite der GFLIB zu finden.

Prof. Dr. Günter Pritsch                                                RA´in Gabriele Huber-Schabel

Schriftführer                                                                   1. Vorsitzende

 

Vorstandssitzung vom 18.06.2016 in Oranienburg

TOP 1 Vorbereitung der Mitgliederversammlung (MGV) und Satzungsänderung

Als Termin und Ort der nächsten MGV mit Vortragstagung ist Samstag, der 15. 10. 2016 im  Bienenmuseum Weimar vorgesehen. Wie für jede MGV sollen der Direktor des LIB zu einem Situationsbericht und ein Vertreter des LIB zu einem Vortrag eingeladen werden.

Auf Grund eines Hinweises des Finanzamts ist allerdings bald eine Satzungsänderung vorzunehmen. Diese soll am  Sa, dem 30. 07. 2016 in einer außerordentlichen MGV im Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf  beschlossen werden (Beginn 10:00 Uhr).

TOP 2 Auftreten von Vorstandsmitgliedern bei Tagungen der Mitglieds-Landesverbände

Dazu werden durch die 1. Vorsitzende vorbereitende Gespräche mit den Vorsitzenden der Imker-Landesverbände geführt.

TOP 3 Mitgliederwerbung

Auch auf  Lehrgängen des LIB könnten für die Mitgliedschaft in der GFLIB geworben und Flyer verteilt werden.

 TOP 4 Tag der offenen Tür des LIB

 Am nächsten Tag der offenen Tür des Länderinstituts für Bienenkunde Hohen Neuendorf  (Termin: 4. September 2016) werden wir wieder in einem eigenen Pavillon vertreten sein. Vorgesehen sind  Filmvorführungen und fachliche Beratung.

Günter Pritsch                                                  Jürgen Hans

Schriftführer                                                     2. Vorsitzender

 

Öffentliche Mitgliederversammlung am 24. Oktober 2015

Vortragsveranstaltung im Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf (LIB)

Der an die Mitglieder versandten und in 2 Bienenzeitungen sowie 3 regionalen Tageszeitungen veröffentlichten Einladung waren zahlreiche Teilnehmer gefolgt.

Die 1. Vorsitzende RA´in Gabriele Huber-Schabel begrüßte besonders den Bürgermeister der Stadt Hohen Neuendorf Klaus-Dieter Hartung sowie als neues Mitglied den Landesverband der Imker Mecklenburg und Vorpommern, vertreten durch den 1. Vorsitzenden Torsten Ellmann. Vertreten waren ferner der Landesverband Sächsischer Imker und der Imkerverband Sachsen-Anhalt.

In ihrem Tätigkeitsbericht nannte Gabriele Huber-Schabel die Aktivitäten des Vereins seit der Wahlversammlung. Dazu gehörte vor allem die Teilnahme am Tag der offenen Tür des LIB. Im eigenen Pavillon wirkten 2 Vorstandsmitglieder sowie ein Helfer mit Vorführung von Filmen, Bildserien, einem Bienen-Quiz und einem Dartspiel. Dieses Auftreten führte zur Gewinnung weiterer Mitglieder. Der 1. Vorsitzenden war es gelungen, für Einfangen herrenloser Schwärme sowie Erhaltung von Hornissen-, Wespen- und Hummelnestern Spenden einzuwerben. Als weitere Erfolge wurden die Einrichtung der von Dr. Marc-Wilhelm Kohfink gepflegten Webseite und die Herstellung eines Flyers genannt. Zu den künftigen Aufgaben zählen nach wie vor die Durchführung von Vortragsveranstaltungen über wissenschaftliche Erkenntnisse, besonders aus dem LIB, das Auftreten auch auf Tagungen von Landesverbänden, die Werbung weiterer Mitglieder und das Einwerben von Spenden.

Schatzmeister Christine Meinhardt gab einen kurzen Kassenbericht. Der größte Teil der erzielten Einnahmen dient der Förderung des LIB.

In Vertretung des Institutsdirektors Prof. Dr. Bienefeld berichtete Dr. Birgit Lichtenberg-Kraag über die Tätigkeiten des LIB. Das Institut wird von den Bundesländern Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gefördert. Es verfügt über 11 fest angestellte Mitarbeiter, darunter 3 Wissenschaftler. Eine Anzahl weiterer Mitarbeiter wird aus themengebundenen Drittmitteln finanziert. Zu den Serviceleistungen des LIB zählen Vorträge, Lehrgänge, Hochschullehre, Betreuung von wissenschaftlichen Arbeiten, Fachberatungen, Führungen, Gutachten, ferner Publikationen sowie Honiguntersuchungen, Zuchtwertschätzungen und die Abgabe von Zuchtköniginnen. Es werden 360 Bienenvölker gehalten. Jährlich wird der Tag der offenen Tür mit weit über tausend Besuchern durchgeführt.

Die vom LIB bearbeiteten Forschungsprojekte laufen unter der Thematik Züchtung und Verhalten, Molekulare Mikrobiologie und Bienenkrankheiten, Honiganalyse und Blütenbestäubung sowie technische Hilfe für Imker und Imkervereinigungen. Unter den Drittmittel-Projekten nimmt das von 16 europäischen Instituten gemeinsam bearbeitete Thema „Smartbees“ einen besonderen Platz ein. Mit dem Ziel der Erhaltung der Biodiversität sollen die Eigenschaften gefährdeter Bienenrassen in ihren Verbreitungsgebieten züchterisch verbessert und somit für die Imker attraktiver werden.

Der zweite Vortrag der Wissenschaftlerin galt dem Thema „Der Weg einer Honigprobe durchs Labor vom Eingang bis zum Analysenergebnis“. Zur Qualitätskontrolle gehören sensorische Prüfung, chemisch-physikalische Analyse und mikroskopische Pollenanalyse. Nach Eingang erhält jede Honigprobe eine Analysennummer. Die sensorische Prüfung beinhaltet Geruch und Geschmack. Die chemisch-physikalische Untersuchung umfasst die Bestimmung von Wassergehalt, Enzym-(Invertase-)aktivität, Gehalt an Hydroxymethylfurfural, Zuckerspektrum, elektrischer Leitfähigkeit, pH-Werts und freier Säuren, bei Heidehonig auch die Thixotropie. Bei der mikroskopischen Pollenanalyse wird die Herkunft des Honigs bestimmt. Im Ergebnis mehrfachen Zentrifugierens dient das pollenhaltige Sediment der Anfertigung eines mikroskopischen Präparats, von dem 500 Pollen auf ihre Herkunft untersucht werden, um daraus Schlüsse auf die Anteile der verschiedenen Trachtpflanzen am Honig zu ermitteln. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Pollengehalt des Nektars der beteiligten Bienenweidepflanzen unterschiedlich ist. Honigtauhonige können an bestimmten Pilzsporen und Algen erkannt oder auf ihre elektrische Leitfähigkeit untersucht werden. Alle Untersuchungsergebnis werden schließlich in einen Prüfbefundsbogen eingetragen und dem Einsender des Honigs zugestellt.

Dr. Marc-Wilhelm Kohfink sprach zum Thema „Bienen überwintern. Gesund und stark ins Frühjahr“. In der Presse ist häufig von „Bienensterben“ die Rede. Im Rahmen des Projekts „Deutsches Bienenmonitoring“ mit bundesweiter Beteiligung von 120 Imkern unter der Betreuung von 9 Bieneninstituten wurden im 10-jährigen Durchschnitt Winterverluste von 15% ermittelt. Erst ab 30% Winterverlust kann von einem Bienensterben gesprochen werden. Jährlich und gebietsweise unterschiedlich sind manche Imker mehr, andere weniger betroffen. Ein weltweites Absterben der Bienenvölker gibt es nicht. Für Bienenverluste sind viele Faktoren verantwortlich. Sie treten meist erst dann auf, wenn mehrere von ihnen zusammenwirken. Hauptursache ist die Varroa-Milbe in Verbindung mit der Übertragung von Bienenviren. Weitere Einflussfaktoren, die zudem einen Ausbruch der Nosemose begünstigen können, sind z. B. Pflanzenschutzmittelrückstände im Bienenbrot, ungeeignetes Futter, eine schlecht begattete Königin und Stockfeuchtigkeit. Gewähr für eine erfolgreiche Überwinterung sind ausreichend starke Völker und eine geeignete Beute. Bei der Wahl des Futters spielt der Unterschied zwischen Zucker und Honig keine entscheidende Rolle. Honigtauhonige in Verbindung mit einem langen, kalten Winter können die Kotblase belasten. Entscheidend ist die ausreichende und rechtzeitige Behandlung gegen die Varroamilbe. Belastend sind große Temperaturabstürze, wenn gegen Ende des Winters schon mit dem Brüten begonnen wurde. Deshalb wird zuweilen die Überwinterung in kühlen Kellerräumen gleichbleibenden bei 4-6° C oder eine Dammung der Beuten angewendet.

Die Vorträge wurden lebhaft diskutiert.

Prof. Dr. Günter Pritsch                                                             RA´in Gabriele Huber-Schabel
Schriftführer                                                                               1. Vorsitzende

 

Protokoll der Vorstandssitzung am 17. Oktober 2015 in Berlin-Köpenick

 Anwesend:

Gabriele Huber-Schabel, 1. Vorsitzende

Jürgen Hans, 2. Vorsitzender

Günter Pritsch, Schriftführer

Marc-Wilhelm Kohfink, Vorstandsmitglied, Webmaster

Entschuldigt: Christine Meinhardt, Schatzmeister

  1. Huber-Schabel eröffnete gegen 10 Uhr die Vorstandssitzung. Die Einladung mit der Tagesordnung war an alle Vorstandsmitglieder ergangen.

TOP 1 Vorbereitung der Mitgliederversammlung am 24. 10. 2015 im Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf (LIB)

Tagesordnung und Vortragsredner stehen fest. Einladungen sind in den Bienenzeitungen DBJ und ADIZ sowie auf der Webseite des IV Hohen Neuendorf veröffentlicht worden. Günter Pritsch soll Einladungen auch an die Tagespresse (Märkische Allgemeine und Nordberliner) schicken. Kaffee und Gebäck sollen den Teilnehmern zur Verfügung stehen. Eine originelle Spendenbox (EWK) soll aufgestellt, und es soll zu Spenden aufgerufen werden.

 

TOP 2 Auswertung des Tages der offenen Tür des LIB (T.d.o.T) am 06. 09. 2015

An den bisherigen T.d.o.T. waren Vertreter der GFLIB zwar stets zugegen, sind aber nicht aufgetreten. In einer Ecke des Empfangsraums wurden bisher Poster der GFLIB aufgestellt und Flyer verteilt. Für diesen T.d.o.T. und weitere Veranstaltungen war ein stabiler Gartenpavillon anzuschaffen, dessen Qualität sich schon beim ersten Einsatz wegen stürmischen Regenwetters bewähren musste. Es wurden die positiven und negativen Erfahrungen des T.d.o.T. ausgewertet. Insgesamt ist der Einsatz als Erfolg zu werten. Es konnten interessante Gespräche geführt und Mitglieder geworben werden. Zu verbessern sind die Rollenverteilung der einzelnen Mitwirkenden sowie die Trennung von Zeiten der Filmvorführung und Beratung. Statt eines Beamers und Laptops soll künftig ein leicht zu transportierendes Fernsehgerät der Vorführung von Filmen und Dias dienen. Über die Größe des Geräts ist noch zu entscheiden.

 

TOP 3 Auftreten der GFLIB auf künftigen Imkerveranstaltungen

Die GFLIB soll bevorzugt auch auf Landes-Imkertagen vertreten sein. Die 1. Vorsitzende wird anlässlich von Mitgliederversammlungen des LIB mit den Vorsitzenden der Landesverbände darüber sprechen.

 

TOP 4 Einsatz des neuen Flyers der GFLIB

Der Flyer liegt in einer Auflage von 5000 vor. Eine größere Anzahl von Exemplaren wurde an die Vorstandsmitglieder verteilt. Die Flyer sollen in Verbindung mit werbenden Worten bei sich bietenden Gelegenheiten verteilt werden.

 

TOP 5 Internet-Webseite der GFLIB

  1. Kohfink hat die Webseite www.freunde-des-lib.de weiter ausgestaltet. Sie soll durch Berichte über Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen (Schriftführer) sowie weitere Aktualitäten (Webmaster) regelmäßig versorgt werden. LIB und Imkerverein Hohen Neuendorf sollten einen Link zur Webseite der GFLIB einrichten.

 

Top 6 Werbung, Spenden

Die Werbung von Mitgliedern soll durch alle Vorstandsmitglieder intensiviert werden. Vorstandsmitglieder sollen bei sich bietenden Gelegenheiten auf Veranstaltungen auftreten. Die Tätigkeiten des LIB sollen dabei hervorgehoben werden. Die 1. Vorsitzende gab gesammelte Spenden für die Vereinskasse ab. Zudem legte sie als Beispiel die Werbung einer bekannten Marmeladenfabrik vor. Hier wird für die Bestäubungstätigkeit der Honigbiene und für Bienenweide geworben, da durch die Blütenbestäubung die Früchte gedeihen, aus denen die Produkte der Fabrik hergestellt werden. Von jedem verkauften Glas Marmelade erhält ein Imker-LV einen kleinen Spendenbetrag. Es besteht die Absicht, seitens der GFLIB für ein ähnliches Vorgehen passende Betriebe zu gewinnen.

 

Günter Pritsch                                                              Gabriele Huber-Schabel

 

Protokoll der Wahlversammlung am 25.04.2015

Außerordentliche Mitgliederversammlung am 25. 04. 2015 im Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf

Die Versammlung wurde erforderlich, nachdem der bisherige 1. Vorsitzende Dr. Heinz Dolzmann verstorben und ein Nachfolger zu wählen war. Außerdem war vorgesehen, ein weiteres Mitglied in den Vorstand aufzunehmen.

Die Einladungen waren fristgemäß an die Mitglieder verschickt und in den Fachzeitschriften Deutsches Bienen Journal und Allgemeine Deutsche Imkerzeitung veröffentlicht worden.

Die Versammlung wurde durch den Amtierenden Vorsitzenden Jürgen Hans eröffnet. Unter den anwesenden Mitgliedern wurden besonders begrüßt: Herr Dipl. Ing. Tiesler, Zuchtbeirat des Deutschen Imkerbundes, Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde des LAVES-Bieneninstituts Celle sowie Gründungsmitglied und Initiator der GFLIB, Herr Oleck in Vertretung des Bürgermeisters der Stadt Hohen Neuendorf, ferner die Vertreter der Imkerverbände Berlin und Sachsen-Anhalt sowie der Imkervereine Hohen Neuendorf und Region Teltow.

Unter den Fotos einer projizierten Bildserie würdigte der Amtierende Vorsitzende die Verdienste des verstorbenen Heinz Dolzmann um die Weiterentwicklung der GFLIB und die Förderung des Länderinstituts für Bienenkunde Hohen Neuendorf (LIB). So wurden in den 7 Jahren seines Wirkens die Zuchtwertschätzung des LIB unterstützt, Poster und Werbeflyer hergestellt, eine erklärende Tafel an der Hohen Neuendorfer Skulptur „Bienentanz“ gestiftet und regelmäßig Mitgliederversammlungen mit bienenkundlichen Vortragsveranstaltungen durchgeführt (siehe auch Deutsches Bienen Journal Heft 2/2015).

Schatzmeister Christine Meinhardt verlas den Kassenbericht, Frau Renate Wreh das beanstandungsfreie Ergebnis der Kassenprüfung.

Herr Tiesler hatte sich bereit erklärt, die Funktion des Wahlleiters zu übernehmen und wurde dazu einstimmig gewählt. Alle Anwesenden waren wahlberechtigte Mitglieder. Es kandidierten als 1. Vorsitzende Frau Ra´in Huber-Schabel, als weiteres Vorstandsmitglied Herr Dr. Kohfink.

Frau Huber-Schabel schilderte ihren Werdegang als Juristin und Imkerin. Nach Studium und beruflichen Stationen in Karlsruhe und Stuttgart betätigt sie sich als Rechtsanwältin in Halle, ist Vorstandsmitglied des Imkerverbands Sachsen-Anhalt und Vorsitzende des Imkervereins Halle (Saale). Herr Dr. Kohfink, als Imker und Buchautor bekannt, hatte wegen anderweitiger Verpflichtungen die schriftliche Einverständniserklärung seiner Kanditatur und Annahme seiner Wahl als Vorstandsmitglied hinterlegt.

Die Wahlen wurden in geheimer Abstimmung durchgeführt.

Frau RA´in Huber-Schabel wurde einstimmig gewählt und nahm die Wahl an. Herr Dr. Kohfink wurde bei einer Stimmenthaltung gewählt.

Der Amtierende Vorsitzende dankte Günter Pritsch für die ihm gewährte Unterstützung bei der Leitung der GFLIB seit der Erkrankung und dem Ableben Dr. Dolzmanns, beglückwünschte Frau Huber-Schabel zu ihrer Wahl und übergab ihr den Vorsitz der GFLIB.

Die 1. Vorsitzende Huber-Schabel dankte für das ihr entgegengebrachte Vertrauen und gab abschließend als voraussichtlichen Termin für die nächste öffentliche Mitgliederversammlung Samstag, den 26. 09. 2015 10 Uhr bekannt.

Der Vorstand der GFLIB:

RA´in Gabriele Huber-Schabel, 1. Vorsitzende

Jürgen Hans, 2. Vorsitzender

Dipl.-Landw. Christine Meinhardt, Schatzmeister

Prof. Dr. Günter Pritsch, Schriftführer

Dr. Marc-Wilhelm Kohfink, Vorstandsmitglied.

 

Günter Pritsch und Gabriele Huber-Schabel